Nachlese 2018

Mit ein paar Sätzen, möchte ich Ihnen aufzeigen was mich im letzten Jahr im Weinbereich erfreut oder geärgert hat.

 

Weingut des Jahres

Weingut Oswald              Hier Info & Bilder des Weingutes & der Winzer
                                        
Rheinhessen


Die zwei Jungwinzer Klara & Simon Müller-Oswald haben dieses Jahr
durch ihr hochwertiges Gesamtsortiment überzeugt.
Sekt, eine Vielzahl an Weißweinen
(Chardonnay, Grau - u. Weißburgunder) haben meine Kunden und mich restlos überzeugt.

Sie können nicht nur Weiße, sondern auch hervorragende Rotweine.
Mit St. Laurent, Cabernet Mitos und Spätburgunder  gelangen ihnen, ausdrucksvolle, aber ausgewogene Rotweine, welche selbst Italienfans überzeugen.

Die Linie "Pura Vida" weiß und rosé hat auch den Geschmack der Kunden genau getroffen, welche einen Tick mehr Frucht mögen. Die Weine stehen für pure Lebensfreude.

Ich freue mich, dass ich mit zwei solch liebenswerten Menschen, welche den Weinbau von der Pike auf gelernt haben, zusammenarbeiten kann.




Größte Enttäuschung des Jahres

Winzer ohne Verantwortungsbewusstsein 

Mit Schrecken musste ich wiederholt erkennen, dass die Besitzer von angesehenen Weingütern in Südtirol und Trentino sich den Forschungsergebnissen im Bereich Weinverschlüsse verschließen (siehe www.diam-test.info ).

Sie machen sich nicht einmal die Mühe und prüfen die Verschlüsse nach dem notwendigen Verfahren. Was aber noch schlimmer ist, einige Winzer testen die Verschlüsse, erkennen die Geschmacksveränderung und halten trotzdem an dem Verschluss fest.
 
"Es kann nicht sein, was nicht sein darf!"

Warum? Es geht um ein paar Cent und der Kunde merkt es ja eh nicht, wenn der Wein durch den Verschluss verändert wurde.

Jetzt kommen wir zum ......




Unwort des Jahres

Mineralität 

Der trocknende Effekt im Mund wird häufig mit Mineralität umschrieben.
Ein Wein der harmonisch ist, nach Frucht schmeckt, nach Blüten riecht, ist für den normalen Weintrinker ein Genuss.

Für erfahrene Weintrinker ist er aber langweilig. Ein disharmonischer Wein wird meist von Kennern als hochwertig, aber für zu jung gehalten. Er muss noch reifen ....

Wie gut, dass es mit der Mineralik eine neue Dimension gibt.... mineralisch ist gleichbedeutend mit komplexer, hochwertiger... und teurer!
 
Als Vergleich wird häufig Kalk, Kreide, Graphit, Feuerstein, Staub, Erde.... angeführt. Interessant ist die Erläuterung bei Wikipedia.

Tauchten bis vor einigen Jahren diese "mineralischen" Noten bei Weinen aus Deutschland / Frankreich, insbesondere beim Riesling auf, so weisen heutzutage Weine aus aller Herren Länder diese wertvolle Mineralität auf.

Wie kann das sein? 

Eine aufwändige und kostenintensive Möglichkeit ist es, den Wein lange Zeit auf der Hefe zu lagern und jene immer wieder aufzurühren
siehe Batonnage. Dieses Verfahren birgt aber auch Risiken.

Diesen trocknenden Effekt im Mund erhält man auch durch eine starke Säure. Ein harmonischer Wein gerät durch kleinste Mengen einer starken Säure aus dem Gleichgewicht... Gerbstoffe werden herber, Säure präsenter!

Die Presskorken von Diam Bouchage geben innerhalb kürzester Zeit eine aggressive Säure an den Wein ab.

Die Weine mit der Säure wirken nach meiner Erfahrung im Mund und im Rachen "mineralisch" .... es stellt sich ein langanhaltendes trockenes Gefühl ein.

Somit erscheint meiner Meinung nach ein harmonischer, angenehmer Wein, durch den billigen Diam-Presskorken schlagartig disharmonisch und somit zu jung.

Es gibt einen Haken!!

Weine mit natürlicher Mineralität (Batonage, bestimmte Rebsorten bzw. Anbaugebiete) reifen hervorragend und werden dadurch harmonischer.

Weine mit der Fremdsäure durch Diam-Presskorken reifen anscheinend nicht in dem Maße (Vergleichsverkostung Burgunder).

Mal sehen was uns 2019 erwartet   ;-)

Viele Grüße


Rolf Cordes


 

  

 Discounter & Wein: unabhängige Tests 

 

 Vorwort: Keine Vorurteile ...

Mir geht es nicht darum irgend jemanden einen Vorwurf zu machen, weil er im Discounter Wein oder sonstige Produkte einkauft! Schließlich kaufe ich dort hin und wieder auch ein. Ich teste unter anderem ab und zu die Qualität der angebotenen Weine ( siehe www.wein-test.info ).

Die Zeitschriften Wein&Markt des Fachverlags Dr. Fraund und Weinwirtschaft des Meininger Verlages sind sehr wichtige Publikation für die Weinbranche. Sie beschäftigt sich umfangreicher mit den Discountern, Supermärkten und dem globalen Weinmarkt.


 Thema: Discounter eine empfehlenswerte Weinquelle?

Discounter betreiben große Anstrengungen, um sich dem Weintrinker als zuverlässiger und kompetenter Partner für den Weinkauf darzustellen. 
Sie beschäftigen namenhafte Weinspezialisten, welche in den Hochglanzprospekten fleißig Punkte und Wertungen vergeben. Aber nicht nur das, die Weinbereiche in den Filialen werden ansprechender dekoriert, es werden Wein-Onlineshops eingerichtet ….

Sie seien die clevereren Einkäufer und würden durch ihre großen Abnahmemengen gute Qualität zum niedrigeren Preis anbieten können.

Der Chefredakteur der "Weinwirtschaft" Dr. Pilz hat im → Februar-Heft Stellung bezogen und manche Märchen aufgeklärt.

 

Großer Weintest 2016 -> Zeitschrift Weinwirtschaft

Im Dezember kaufte „Weinwirtschaft“ alle 1297 Weine der 6 Discounter 
(
inkl. der Aktionsweine für die Festtage) und testete sie verdeckt im Januar.

Das aktuell → veröffentlichte Ergebnis zeigt, dass sich die Discounter gegenüber dem Vorjahr nicht verbessert haben, im Gegenteil.
Fast jede 10. Flasche, genau 9,2% der verkosteten Weine
erwiesen sich als fehlerhaft und als geruch- oder geschmackliche Enttäuschung“.

Aber bedenklicher ist, dass insgesamt nur 68,2% die niedrige Hürde zur Kategorie zufriedenstellend überwinden konnten. Zufriedenstellend klingt für die meisten Weintrinker OK. Es heißt aber nur dass der Wein frei von erkennbaren Fehlern und Mängeln und somit technisch nicht zu beanstanden ist.“.

Selbst diese niedrige Hürde war für jeden dritten Wein (>30%) bereits zu hoch. Wir reden in dem Bereich nicht von Trinkspaß und Genuss! Das heißt, beim Einkauf haben Sie geringe Chancen auf einen objektiv „guten“ Wein.

Fazit: Fasst man das Ergebnis der Weintests und die Arbeitsweise zusammen, ist es offensichtlich, dass es sich bei den Discountern mehr "um Schein, als sein" handelt.

Fehlerquelle Weinverschlüsse:
Bestimmte Verschlüsse beeinflussen, neben dem klassischen Korkfehler, den Geschmack von Wein. Diese zusätzlichen Beeinflussungen durch Presskork, minderwertige Kunststoffstopfen oder der technische Kork-DIAM wurden nicht bei den Tests berücksichtigt. Die negative Wirkung von DIAM habe ich in einer Studie belegt

→ 
http://www.diam-test.info